Ein Teil der Chronik vom TuS Rot Weiß Tettens ist in der Rede zum 50jährigen Jubiläum der Fußballsparte beschrieben.
Diese Rede wurde vom 1. Vorsitzenden beim Kommersabend am 19.06.2009 in der Gaststätte "Deutsches Haus" vor geladenen Gästen gehalten. 


Rede zum 50. Jubiläum der Fußballsparte
 
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Vereinsfreunde!
Vielen Dank für Ihr kommen! Es ist schön zu sehen, wie
viele Freunde man immer noch hat – so mit 50 Jahren.
 
Ein Jubiläum lädt dazu ein, mit seinen Freunden zu feiern. Und wenn so viele kommen: Das ist wirklich sehr schön, sehr beruhigend und motivierend!
 
Ich möchte nun die einzelnen Gäste Begrüßen und Vorstellen.
 
Herzlichen Dank, dass Sie unserer Einladung gefolgt sind.
 
50 Jahre sind eine Menge.
 
Und doch: Viele Vereine in Deutschland sind älter. Denken wir nur einmal an den Deutschen Fußball-Bund (DFB).
Der hat im Januar des Jahres 2000 seinen 100. Geburtstag gefeiert.
- FCN (1956) , 
- ETW (FC Hohenkirchen Anf. 50 Jahre, HFC Horumersiel 1960, 1978 ETW) ,
- Jever (1946 als FC Jever-Heidmühle),
- Waddewarden (Fußballsparte 1981 gegründet)
 
Für uns sind die 50 Jahre schon als große Leistung zu sehen, denn wir haben, wie viele andere Dorfvereine, schon recht bewegte Zeiten durchlebt.
 
Ich wollte heute Abend eine Rückblick geben, danach unserer heutige Situation schildern und auch eine Blick in die Zukunft werfen.
 
Interessant ist noch zu erwähnen, dass unsere Vereinsfahne ähnlich alt ist wie die Fußballsparte. Die Fahne wurde am 11. August 1957 in einem Festakt durch Herrn Pastor Dr. Bernhöft eingeweiht. Die Fahne zeigt neben den Farben des Vereins, das Wappen des Häuptlings von Middoge.
Es wurde mit Herrn Alfred Tjarks auch ein Fahnenträger gewählt.
 
Ich kann leider selbst keine Geschichten aus der Grünerzeit angeben, da ich erst 1991 nach Tettens kam.
 
Ich habe zunächst in den Protokollen der Jahreshauptversammlungen geblättert und etliche Informationen einholen können.
 
Übrigens zur damaligen Zeit wurden diese Versammlungen sehr förmlich abgehalten. Es heißt in den Protokollen: „Der erste Vorsitzende Dr. Bernhöft eröffnete die Sitzung mit einem Lied“ und am Ende hieße es: „Mit einem gemeinsamen Lied wurde die Sitzung beendet“.
 
Was sich nicht verändert hat, sind Aussagen zur Teilnehmerzahl zu den Versammlungen, denn hier konnte nur eine geringe Anzahl an Mitgliedern verzeichnet werden (im Durchschnitt um 15 herum). Dies ist bis heute geblieben.
 
Fußball wurde in den Protokollen erstmalig erwähnt im April 1959, in der Sitzung begrüßte Herr Bernhöft die Mitglieder der neu gegründeten Fußballabteilung, die den üblichen Beitrag an den TuS zahlen und zusätzlich einen eigene Fahrtenkasse anlegen sollten.
 
Offiziell wurde die Fußballabteilung am 13 September 1959 in den Verein aufgenommen mit dem Abteilungsleiter Albert Kuhn.
In der Versammlung im Februar 1960 wurde über die Schaffung eines Sportplatze für die Fußballabteilung berichtet.
Das Training wurde damals am Sportplatz am Schwimmbad abgehalten und die Punktspiele in Hohenkirchen.
 
1962 wurde mit Hilfe des Kreissportbundes, des NFV, der Gemeinde und durch hohe Eigenleistungen ein Sportplatz errichtet und ein Clubhaus in dem neben Umkleideräume auch ein Waschraum eingerichtet wurde (der langjährige Oberturnwart Gerhard Dudden hatte sich bereit erklärt das Gelände östlich der Molkerei an den TuS zu verpachten).
 
Im Februar 1963 gab Albert Kuhn in der Versammlung einen kurzen Bericht über die Fußballabteilung ab. Er berichtete, dass zwei Mannschaften und eine Jugendmannschaft zum Spielbetrieb angemeldet waren. Die 1 Herrenmannschaft führte die Tabelle in der zweiten Kreisklasse an und man hoffte den Sprung in die erst Kreisklasse zu schaffen. Dieser Aufstieg wurde dann auch realisiert.
Es wurde auch berichtet, dass eine Berliner Mannschaft aus Spandau über Ostern nach Tettens kommen wollte um eine Spiel gegen die 1 Herrenmannschaft vom TuS auszutragen. Die Spieler sollten alle bei einzelnen Familien untergebracht werden.
 
Interessant finde ich, dass in dieser Versammlung auch die hohen Kosten für den TuS durch den Kreissportbund vom Kassenwart beanstandet wurden.
 
In den darauf folgenden Jahren erfreute sich die Fußballabteilung immer größer werdender Beliebtheit, während das Turnen im Vereinslokal immer weniger wurde und ganz eingestellt wurde.
Auch die Schwimmabteilung löste sich auf und damit sorgten die Fußballer für den fortbestand des TuS RW Tettens.
 
1970 wurde von der Gemeinde Tettens der Bau für eine Turn- und Sporthalle begonnen. Dieser Hallenbau brachte für die Fußballabteilung einen weiteren Aufschwung.
 
Aus Erzählung einiger Veteranen habe ich folgende Events in Erfahrung bringen können:
-               In den 70 bis 80 Jahre wurde alljährlich eine Pfingsttunier durchgeführt. An diesem Turnier beteiligten sich auch viele auswärtige Mannschaften (z.B. aus Oldenburg). Das Turnier wurde durch Hans Otten und Albert Kuhn organisiert.
-               In dieser Zeit wurden auch zum Teil erbitterte Derbies ausgetragen zwischen den Nachbarvereinen Tettens, ETW und Hooksiel.
-               Beachtenswert fand ich, dass auch Spieler aus Carolinsiel mit dem Fahrrad nach Tettens zum Training und Punktspielen kamen.
-               Für einige Fußballer sind die damaligen Fahrten zu Punktspielen nach Wangerooge noch gut in Erinnerung geblieben, da diese Fahrten auch gleichzeitig Ausflüge waren mit Beteiligung der Familienangehörigen. Zudem reisten immer zwei Mannschaften an (eine spielte am Vormittag und die andere am Nachmittag).
 
Im Juni 1974 wurde das 50jährige Vereinsjubiläum gefeiert unter Beteilung von mehr als 2000 Gästen. Ich glaube nicht, dass wir heutzutage eine ähnlich traumhaft hohe Zahl an Gästen mobilisieren können.  In dieser Spielperiode spielte die 1 Herren in der Kreisliga, die 2 Herren in der 2 Kreisklasse und insgesamt bestanden vier Jugendmannschaften (B-, C-, D- und E-Jgd). Der Abteilungsleiter war zu diesem Zeitpunkt Otto Dannemann und seit längerer Zeit waren auch das Ehepaar Hermann und Christa Brockschmidt für den Jugendfußball tätig.
 
Im Jahre 1981 konnte die Trainingsbeleuchtung auf dem Sportplatz aufgestellt werden durch Zuschüsse von der Gemeinde Wangerland, vom Landessportbund und vom Landkreis Friesland. Dies bedeutete eine erhebliche Verbesserung des Trainingsbetriebes, da man auch nun auch im Herbst und Winter trainieren konnte.
Hinzu kam auch die Fertigstellung der neuen Sportanlage an der Schulstraße (auch 1981), sodass der alte Sportplatz vorwiegend für den Trainingsbetrieb genutzt wurde.
 
Der größte Erfolg für die Fußballabteilung konnte im Jahre 1991 mit dem Aufstieg in die Bezirksklasse verzeichnet werden.
Diese Entwicklung habe ich dann persönlich miterleben können, da ich zu dieser Zeit zu der 1 Herrenmannschaft stieß.
Diese Jahre kann man auch als Blütezeit für die Fußballabteilung des TuS bewerten. Denn neben der erfolgreichen 1 Herrenmannschaft hatten wir noch zwei weitere Herrenmannschaften, die sehr geschlossen zusammenstanden.
Besonders zu erwähnen ist hier der Trainer der 3 Herrenmannschaft „Manny Konermann“, übrigens der mich auch überredet hatte dem TuS beizutreten, der sehr engagiert war und als Fußballverückter auch viel für den Verein erreicht hat.
 
Erwähnen möchte ich auch noch, das der TuS RW Tettens zwischen 1992 und 1994 auch eine Damenmannschaft im Spielbetrieb hatte. Die Mannschaft war sportlich nicht besonders erfolgreich, aber es entstanden enge Beziehungen zu Herrenfußballern und daraus entstanden langfristige Verbindungen. Dadurch hatte die Damenmannschaft im Verein auch etwas bewirkt (Auswirkungen sind heute noch sichtbar).
 
1999 wurde das 75jährige Vereinsjubiläum erfolgreich gefeiert, hier waren in der Organisation maßgeblich Siegbert Tammen und Klaus Lammers beteiligt.
Zu diesem Zeitpunkt war die Fußballwelt beim TuS noch in Ordnung, dann aber kam in der Saison 1999/2000, mit dem Abstieg der 1. Herren aus der Kreisliga, die Wende.
Die 1. Herrenmannschaft stand vor der Auflösung (d.h. einige Spieler wollte ihre Karriere beenden und die verbliebenen Spieler gehörten sozusagen zum alten Eisen, meine Person eingeschlossen). Mann hatte nur noch eine intakte Herrenmannschaft vorzuweisen (die damalige 2. Herren, denn die 3. Herren hatte sich durch den Weggang von Herrn Konemann schon aufgelöst).
 
Da beschloss der damalige Vorstand (Klaus Lammers, Siegbert Tammen) mit ETW eine Fusion einzugehen, um Synenergien zu nutzten und den Fußball in der Region zu stärken.
Beide Vereine vereinbarten für 2000/2001 mit der Zusammenlegung der Fußballabteilung ein Probejahr zu starten, dies wurde entsprechend von den Mitgliedern in der Jahreshauptversammlung auch genehmigt.
 
Nach diesem Probejahr sollte die Fusion in Angriff genommen werden, da aber das Jahr nicht optimal verlief gab es in der entscheidenden Jahreshauptversammlung doch zu viele Einwände und die Mitglieder entschieden sich gegen eine Fusion.
Diese Jahreshauptversammlung (März 2001) werde ich nie vergessen, denn hier knüpfte der damalige Vorstand sein weitermachen an die Genehmigung der Fusion.
Nach der Ablehnung musste entsprechend auch ein neuer Vorstand gewählt werden. In dieser Versammlung hat dann jemand meinen Namen ausgerufen und bevor ich genau überlegen konnte war ich 1 Vorsitzender. Kurios war auch, dass ich eigentlich für die Fusion gestimmt hatte.
 
Nun musste ich mit neuen Akteuren im Vorstand einen Neuaufbau der Fußballsparte für die Saison 2001/2002 beginnen.
 
Den Spielbetrieb haben wir aber recht gut und erfolgreich wieder in Griff bekommen. Hier war auch Arnold Janssen als eine Art „Fußballmanager“ maßgeblich mitverantwortlich für diesen Erfolg.
 
Wir konnte nach dieser schweren Krise eine 1 Herrenmannschaft neu aufbauen (Axel Siebert wurde als Spielertrainer vom SV Wittmund zurückgeholt) zudem konnte weiterhin eine 2 Herrenmannschaft aufrechterhalten (Trainer damals Eckehard Penders) und wir haben zusätzlich eine Alt-Herren Mannschaft melden können (Trainer Erwin Willms). Mit die 1. Herren hatten dann auch prompt Erfolg und stieg in die Kreisliga auf.
 
Auch im Jugendbereich konnten wir vier Jugendmannschaften zum Spielbetrieb anmelden:
F- (Axel Siebert), D- (Erwin Willms), C- (Hermann Brockschmidt) und eine B- Jgd (Andreas Schmidt). Aber hier zeichneten sich schon erhebliche personelle Engpässe aus, denn fast alle Jugendmannschaften konnten nur durch auffüllen mit Gastspielern (vorwiegend vom ETW) entsprechende Mannschaften bilden.

Wir haben kurz danach auch die Spielgemeinschaft SG Wangerland für den Jugendbereich ins Leben gerufen. Hier haben sich die Vereine Tettens, ETW, Hooksiel und Wadderwarden zusammengeschlossen um den Jugendlichen eine Spielmöglichkeit in altersgerechten Klassen anzubieten. Vor allem konnten wir durch die Bildung der SG auch leistungsstarke Teams ausbilden, mit dem Ergebnis, dass über mehrere Jahre zwei Mannschaften in der Bezirksliga spielen konnten. Dies führte auch dazu, dass wir leistungsstarke Spieler halten konnten, die jetzt mittlerweile unser Fundament der 1. Herrenmannschaft bilden.
 
Heute haben wir zwei intakte Herrenmannschaften und zusätzlich als SG eine alte Herren (RWT, FCN und Waddew.).
 
Probleme haben wir zurzeit im Jugendfußball, wir können für die kommende Saison mangels Spieler keine A-Jugend melden.
 
In den anderen Altersklassen läuft wie bisher die SG Wangerland erfolgreich weiter. Aber wir haben zurzeit zu wenig Nachwuchs (G- und F-Jugend) und müssen hier versuchen Spieler für den Fußball zu mobilisieren.
 
Dies bedeutet für den Fußball in Tettens, dass in den nächsten Jahren noch Spieler aus der Jugend in die Herren hochkommen. Dies wird aber immer weniger werden, darauf müssen wir uns einstellen.
 
Wenn ich noch einen Ausblick in die Zukunft werfe, dann muss ich natürlich auch die finanzielle Situation des Vereins im Auge behalten.
Einerseits haben recht hohe Zahlungen an die Verbänden (NFV, KSB) zu leisten auch anderseits die allgemeinen Kosten die stetig steigen. Wir müssen die Kosten soweit möglich, immer auf die Mitgliedsbeiträge umlegen, dies ist kann sich aber auf die Mitgliederzahl auswirken und den gegenteiligen Effekt bringen, wenn man es zu sehr ausreizt.
 
Daher appelliere ich auch an die Verbände ihre Kosten mit Vorsicht zu erheben und vor allem an die Gemeinden, den Sport weiter zu unterstützen. Gerade hier höre ich immer wieder, dass man Kosten auf die Vereine umlegen will (z.B. für die Hallennutzung oder Pflege der Sportplätze). Solche Kosten könnten unsere Existenz stark gefährden.
 
Ich möchte an dieser Stelle ein Zitat eines hochrangigen amerikanischen Politikers einbringen, das ich sehr treffend finde:
 
 „Ich gestehe, ich lese die Sportseite einer Zeitung zuerst. Die Sportseite berichtet über das, was die Menschen erreicht haben; die Titelseite der Zeitung hingegen verzeichnet nur die Fehlschläge der Menschen.“
 
Hier finde ich mich selbst wieder auch ich lese fast immer zuerst die Sportseite.
 
Auch über den TuS RW Tettens ist 50 Jahre lang auf den Sportseiten berichtet worden.
50 Jahre lang Meldungen über das, was Menschen erreicht und geleistet haben – allerdings Menschen, die im Licht der Öffentlichkeit standen. Wir dürfen aber auch die feiern, die nicht in den Zeitungen gestanden haben, die hinter den Kulissen gewirkt und die Fäden gezogen haben.
 
Und das Wichtigste: mich bei den vielen Menschen zu bedanken, die unseren Verein mit Leben erfüllen: bei den Aktiven, den Trainern, den Platzwarten und auch allen anderen, die für uns tätig sind.
 
Und natürlich bei denen, die hinter den Kulissen aktiv sind: die Kuchen backen, Kaffee kochen, die Würstchen grillen, Bier zapfen, die Festzelte aufbauen und am Ende auch alles wieder aufräumen.
 
Wir werden unsere Festlichkeiten mit dem morgigen Fußballturnier fortführen, im Anschluss wollen wir dann abends im Hof von Wangerland weiterfeiern. Zum Abschluss veranstalten wir am Sonntag einen Frühschoppen mit einem Spaßfußballspiel. Sie sind natürlich alle recht herzlich eingeladen.
 
Liebe Freundinnen und Freunde – vielen Dank!
 
Unserem Verein wünsche ich weitere schöne und erfolgreiche 50 Jahre, in denen wir hoffentlich noch viel Freude miteinander haben.
Dr. Giuliano Cruciani
 
 
Eine weitere Vereinschronik wurde zum75-jährigen Bestehen des RW Tettens im Jahre 1999 verfasst.
Das Vereinsjubiläum wurde ausgiebig über vier Tage gefeiert (Do,15.07.1999 bis So,18.07.1999).
Höhepunkt war ein Fußballspiel gegen den SV Wilhelmshaven am Sa,17.07.1999.

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